Verarbeitungsanleitung für Wand- und Deckenverkleidungen

 

 

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Vorteile textiler Wand- und Deckenverkleidung:
GISA TEX® Wand- und Deckenverkleidungsmaterialien können bei richtigem Einsatz Ihre Innenausstattungs- und Herstellungskosten erheblich senken. Holzverkleidungen sind bei fach- und sachgerechter Ausführung bestimmt sehr schön anzusehen, jedoch spätestens bei der Verarbeitung des Holzes treten die ersten Schwierigkeiten auf: Wie schwierig ist es Holzmaserungen in den richtigen Verlauf zu bringen? Anpassungsarbeiten, Aussparungen, Falzen und dergleichen verlangen für die perfekte Verarbeitung schon ein gehöriges Maß an Fachwissen und Können. Bevor man einen schlecht verarbeiteten Holzausbau akzeptiert, sollte man der leichteren Textilverkleidungsverarbeitung den Vorzug geben. Hierbei ist kein Fachwissen notwendig, sondern nur etwas persönliches Geschick. Die Ersparnis fängt schon bei der Auswahl der zu verarbeitenden Hölzer an. Sogenannte B-Sortierungen, die erheblich preiswerter sind, können ohne Bedenken für den Unterbau verarbeitet werden. Verschnittene und auch größere Abfallstücke können ohne Problem wiederverwendet werden und die Einbauteile müssen nicht mehr exakt passgenau sein. Allein aus der Holz-Ersparnis senken Sie Ihre Ausbaukosten erheblich! Alle sichtbaren Flächen werden nach dem Rohbau einfach, schnell und kostengünstig mit unseren Spezialtextilien sauber und absolut exakt verkleidet und erhalten ein wunderschönes Aussehen.

 

Verklebung:
Die vorher in etwa zugeschnittene Bahn wird nun, wie beim Tapezieren, auf die Klebefläche gelegt und unter kräftigem Anreiben faltenfrei aufgezogen. Blasen beseitigt man durch nochmaliges Abheben und erneutes Andrücken (solange der Klebstoff Fäden zieht). Anschließend werden die Ecken und Kanten sauber mit einem stumpfen Werkzeug nachgezeichnet und dann mit einem Teppichbodenmesser exakt beschnitten. Bei Seitenteilen, die durch Scheiben unterbrochen sind (z.B. Gummieinfassungen) schneidet man das Fenster soweit mit einer Schere aus, daß ein Rest des Materials stehen bleibt, welches man anschließend mit einem Schraubenzieher o.ä. unter die Gummilippe drücken kann. Bei lösbaren Seitenteilen läßt man soviel Material überstehen, wie zum Hineinschieben notwendig ist.

 

Stöße und Nähte:
Muß auf einer Seitenwand angesetzt werden, so ist dieses ohne weiteres möglich. Wie beim Teppichboden, werden die anzusetzenden Teile überlappt und zusammen mit einem Teppichbodenmesser geschnitten. Anschließend können die Kanten passgenau gestoßen werden. Hat man einmal die Naht nicht exakt hinbekommen, so nimmt man eine dünne, nicht allzu breite Leiste, bespanne sie mit dem Material und klebt Sie mittels eines Kontaktklebers (z.B. Typ 135) auf die Nahtstelle. Holzumleimer wie in Baumärkten erhältlich können als Leisten verwendet werden. Das Überkleben von Ecken und Kanten ist mittels Profilleisten immer eine leichte und exakte Sache. Die Leisten werden mit Klebstoff eingestrichen, das Material in Streifen passend zum Profil geschnitten und überzogen. Befestigung erfolgt wieder mit Klebstoff Typ 135, oder mechanisch mittels Tacker.

 

Klebstoffauftrag:
Die fertiggestellten Innenteile (bzw. tragenden Elemente) werden mit dem Spezialklebstoff Typ 1805 vollflächig eingestrichen (Klebstoffauftrag vorzugsweise mit kleiner 10 cm langer Lammfellrolle) und anschließend das grob zugeschnittene Material überspannt (vergl. Tapezieren). Die Schichtdicke des Klebstoffes soll so gestaltet sein, daß die gesamte Fläche weiß, also flächig mit Klebstoff bedeckt ist. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit ändert sich die Klebezeit. Grundsätzlich gilt: bei hohen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit schnelle Verklebung, bei tiefen, also kalten Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, langsamere Aktivierung des Klebstoffes.

 

Verklebung von Decken:
Bei Decken oder Überkopfarbeiten kann es teilweise zu Schwierigkeiten kommen. Hier hilft folgende Methode: Die Deckenteile werden mit Klebstoff eingestrichen (s.o.). Die vorher in etwa zugeschnittene Bahn wird jetzt in den nassen Klebstoff gedrückt, glattgestrichen und anschließend wieder abgenommen. Wir haben nun eine gleichmäßige Verteilung des Klebers auf Decke und Rückseite des Materials herbeigeführt (~Kontaktverklebung). Beginnt der Klebstoff auf der Decke Fäden zu ziehen (Fingerprobe), kann zügig verkleidet werden. Ist der Untergrund nicht eben, z.B. durch auf der Decke oder Wand liegende Kabel, Laminatteile oder einfach Unebenheiten, so können Sie eine Vielzahl von Materialien auch in kaschierter (gepolsteter) Ausführung erhalten. Wir kaschieren werkseitig ca. 5mm Spezialschaum mit hinterlegtem Charmeuse auf das Material. Die Verarbeitung des Materials geschieht wie oben beschrieben, jedoch werden nun Unebenheiten wie Schrauben, Leitungen bzw. alte Klebstoffrückstände vollständig überdeckt.

 

Verklebezeitpunkt:
Im Grunde kommt es nur darauf an, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, an dem der Klebstoff klebebereit ist. Hierzu bedient man sich der Fingerprobe. Gleich nach dem Klebstoffauftrag stellt man fest, daß sich der Kleber naß und überhaupt nicht klebrig anfühlt. Man wartet jetzt die Aktivierung ab (bei tiefen Temperaturen kann das jedoch recht lange dauern. Hier beschleunigt man die Aktivierung der Klebefläche künstlich m. H. eines Heizlüfters). Der richtige Klebezeitpunkt tritt ein, wenn bei der Fingerprobe Klebstoff in Fäden abgehoben werden kann. Ist an einigen Stellen der Klebstoff glasig geworden, empfiehlt sich ein erneuter dünner Klebstoffauftrag.